Unsere Natur darf nicht zur Müllkippe werden

Unsere Natur darf nicht zur Müllkippe werden

Verbandsgemeinde will gezielter gegen illegale Ablagerungen vorgehen

VG MONSHEIM – Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Alzey-Worms bietet im Rahmen der von jedem Haushalt zu entrichtenden Müllgebühren eine Vielzahl von Möglichkeiten, fast alle anfallenden Abfallarten ordnungsgemäß zu entsorgen. Dies kann über die verschiedenen Müllgefäße, die Wertstoffhöfe, Problemabfallsammlungen oder – in besonderen Fällen – direkt an der ehemaligen Kreismülldeponie in Framersheim erfolgen. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Abfälle jeglicher Art und in unterschiedlichen Mengen in den Gemarkungen illegal entsorgt werden.

Die Verbandsgemeinde Monsheim nimmt nun einen aktuellen Fall zum Anlass, die Maßnahmen gegen illegale Abfallentsorgung zu verstärken. Am vergangenen Wochenende waren im Bereich der naturschutzrechtlichen Ausgleichsfläche nördlich von Flörsheim-Dalsheim an mindestens zwei Stellen größere Mengen an Hausrat in die Hecken abgekippt worden. Laut Aussagen der Mitarbeiter des VG-Bauhofes, die das Material entsorgt haben, handelte es sich dabei unter anderem um Geschirr, Gläser, alte Haushaltsgeräte, zum Teil noch original verpackte Kuchenplatten, Bücher und andere Gegenstände, die problemlos auf legalen Wegen zu entsorgen gewesen wären. In einem der aufgefundenen Bücher befand sich ein Stempel mit Namen und Anschrift des ursprünglichen Besitzers aus einer Nachbargemeinde. Die Ordnungsbehörde prüft jetzt, ob diese Person eventuell selbst für die Ablagerung verantwortlich ist, oder die Gegenstände aus einer Haushaltsauflösung stammen und von einem gewerblichen „Entrümpler“ entsorgt worden sind. Wenn sich keine schlüssigen Erklärungen finden lassen, will die Verbandsgemeinde Anzeige erstatten.

„Bei dieser Art der Abfallentsorgung handelt es sich keinesfalls um Kavaliersdelikte“, betont VG-Bürgermeister Ralph Bothe. „Durch die Ablagerungen wird nicht nur die Landschaft verschandelt, sondern es gehen auch erhebliche Gefahren für unsere Natur davon aus.“ So würden wild lebende Tiere den Müll nach Nahrungsresten durchsuchen und könnten sich an den Scherben erhebliche Verletzungen zufügen. „Mit einem Haustier geht man in so einem Fall zum Tierarzt“, so Bothe, „aber Wildtiere können durch solche Verletzungen qualvoll verenden.“ Außerdem könnten durch Glasscherben in der trockenen Jahreszeit auch Flächenbrände ausgelöst werden, weil diese bei Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken.

Neben den auffälligen großen Ablagerungen, die meist schnell gemeldet und dann zeitnah beseitigt werden können, sind aber auch die oft arglos weggeworfenen einzelnen Kleinabfälle ein zunehmendes Ärgernis in Natur und Landschaft. „Niemand hat etwas dagegen, wenn sich in der warmen Jahreszeit Personen im Außenbereich an Bänken oder auf einer freien Wiese zu einem Umtrunk oder Picknick treffen. Allerdings ist es mehr als ärgerlich, wenn dann am nächsten Morgen Gemeindearbeiter oder ehrenamtliche Helfer die Hinterlassenschaften beseitigen müssen“, verdeutlicht der Bürgermeister.

Bothe sieht aber auch die Landwirte und Winzer in der Pflicht, deren Saisonarbeitskräfte bisweilen nach ihren Pausen Flaschen und Dosen einfach in die Umgebung werfen, anstatt sie in den Betrieben über die Abfalltonnen zu entsorgen.

Um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Problematik zu schärfen, wird die Verbandsgemeinde zukünftig im Internet und im Amtsblatt aktuelle Fotos von illegalen Ablagerungen veröffentlichen. Zudem soll der Streifendienst in den Gemarkungen – auch in den Abendstunden – verstärkt und die personelle Ausstattung des Vollzugsdienstes im Ordnungsamt verbessert werden.

„Letztlich sind wir aber auf die Mithilfe der Landwirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, so Bothe. Die Verbandsgemeinde bittet daher, alle Fälle von illegalen Abfallablagerungen, aber auch Beobachtungen im Zusammenhang mit ortsfremden Fahrzeugen auf Wirtschaftswegen – insbesondere in den Abendstunden – umgehend beim Ordungsamt der Verbandsgemeinde (boris.hetzel@vg-monsheim.de) zu melden.

Die Verwaltung wird für Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern führen, dem jeweiligen Einzelfall angemessene Belohnungen festsetzen und prüft derzeit auch, wie zu diesem und weiteren ordnungsrechtlichen Themen wie z.B. Ruhestörungen zukünftig öffentlichkeitswirksame Kampagnen durchgeführt werden können.

Müllablagerung FD

Bild: Illegale Müllentsorgung wie zuletzt in der Gemarkung Flörsheim-Dalsheim ist leider kein Einzelfall. Die Verbandsgemeinde Monsheim will den Druck auf die Täter erhöhen.

Öffnungszeiten Wertstoffhof:
Di.:16.00 – 18.00
Do.:16.00 – 18.00
Sa.:08.00 – 12.00


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